Hamburg und die wichtigsten 19

Vom schönen ruhigen, aber windigen Wattenmeer und einem supernetten Aufenthalt im B&B Lauwersstate in Paesens geht’s weiter zurück nach Deutschland.

Hamburg ist schön. Was mir vor allem auffällt: Überall sind Polizisten und -innen, Polizeihunde, Polizeihubschrauber, Polizeischiffe, grosse Polizei(reise)busse, berittene Polizisten und auch motorradfahrende Polizisten.
Die Innenstadt ist am Abend fast leer. Perfekt damit ich mir alles näher anschauen kann, ohne irgendwelchen Menschenmassen ausweichen zu müssen. Doch etwas komisch fühle ich mich schon, auf den leergefegten Strassen. Eine Polizeipatrouille mustert mich skeptisch. Ich winke und lächle.

Hier geht’s zur Bildgalerie Hamburg

Am Dienstag gehe ich durch den Stadtteil St. Pauli. Schaufenster werden zugenagelt. Auf einem Platz sind einige Menschen mit Demofahnen. Alles ist ruhig und friedlich. Doch plötzlich schrillt es von hinten „DiingDiiiiingDiiiiiiiing“. Ich springe von der Strasse und wäre beinahe von einer wild klingelnden Fahrraddemo überradelt worden. Nach diesem Schreck, brauche ich etwas Entspannung. Eine Rundfahrt durch die Speicherstadt wurde mir vom Airbnb-Mami wärmstens empfohlen. Also gehe ich zurück zum Hafen und frage den nächstbesten, gelangweilt hinter seinem Stand dasitzenden, Hafenrundfahrtenverkäufer.

T: ‚Fahren eure Schiffe in die Speicherstadt?‘
H: ‚Nein.‘
T: ‚Wieso nicht?‘
H: ‚Tide ist zu hoch.‘
T: ‚Aber die Hafenrundfahrt findet noch statt?‘ es ist bereits später Nachmittag
H: ‚Ja.‘
T: ‚Ist das sehenswert?‘
H: ‚Ja.‘
T: ‚Musst du das sagen?‘
H: ‚Ja.‘
T: Schaut um sich und überlegt einen weniger gelangweilten, netteren Hafenrundfahrtenverkaufsstand anzusteuern. Fazit: Sie sehen alle gelangweilt aus.
T: ‚Eine Fahrkarte bitte.‘

Er streckt mir den Fahrschein entgegen und kassiert das Geld. Einsteigen, Weisswein bestellen, Füsse hochlegen, Poncho vorbeugender Weise über den Beine drapieren (der Wind kann kühl sein, auf hoher See), Sonnenbrille auf die Nase setzen, dem gelangweilten Hafenrundfahrtenverkäufer zuwinken und los fährt das Boot. Zum Glück ist der Sprecher on Board überhaupt nicht gelangweilt. Er weiss viel zu erzählen über trockene und schwimmende Docks, Fischbrötchen und böse Importkrebse, über Kreuzfahrtschiffe und Hafenkräne (-krane? -krans? -kranenen?). Entspannt steige ich aus dem Boot und schwanke an den vielen Touri’s vorbei, zurück zur Speicherstadt. Bei der Elbphilharmonie (von den Hamburgern auch liebevoll Elphi genannt) werde ich sofort von Polizisten weggeschickt. Ich suche mir ein Restaurant: Polizisten und Hafenrundfahrten machen hungrig.

Allmählich habe ich die Aufregung rund um die G20 satt. Am nächsten Tag fahre ich raus aus der Stadt nach Lübeck, einer wunderschönen Hansestadt mit altem Kern. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Die Kirchen sind alt und hoch, das Rathaus prunkvoll und das Wichtigste: Es gibt Marzipan mit Milchschokolade, mit Pistazien, mit Orangen, mit Nüssen, flambiertes Marzipan, Marzipan in Krabbenform, gefülltes Marzipan, die Marzipanwelt scheint keine Grenzen zu kennen.
Zu viel davon scheint mir jedoch nicht zu bekommen. Mir wird schlecht. Ich fahre weiter, immer Richtung Norden.

Ein Gedanke zu “Hamburg und die wichtigsten 19

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s